Es gibt viele Möglichkeiten, Entspannung und Seelenfrieden in dein Leben zu holen. Eine davon ist: Übe dich in Dankbarkeit! Und üben ist genau so gemeint: Dankbar sein kann nämlich jeder. Nur die wenigsten tun es. Die meisten Menschen meckern lieber, schauen immer auf das, was gerade nicht gut ist. Erkennst du dich wieder? Okay, das ist doch schon eine wichtige Erkenntnis! Nun darfst du üben – deine Dankbarkeit auszubauen. Warum das sinnvoll ist und wie das geht, darum soll es in diesem Beitrag gehen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Chronischer Stress ist ungesund und kostet Lebensjahre.
- Dankbarkeit ist eine Möglichkeit, Stressreaktionen des Körpers abzubauen.
- Im Gegensatz zu Meditationen setzt Dankbarkeit an der Wurzel der Wahrnehmung an, dein Blick auf die Welt verändert sich.
- Dankbarkeit, Vergebung und Akzeptanz sind Grundtugenden, die negatives Denken und Gefühle nach und nach verdrängen.
- Um Dankbarkeit mit nachhaltiger Wirkung in den Alltag zu integrieren, gibt e verschiedene Möglichkeiten - hier gebe ich dir 5 Ideen auf den Weg.
Darum ist Dankbarkeit ein Lebenselixier
Wer entspannter lebt, lebt länger. Denn Menschen mit hohen Werten von Stresshormonen wie Cortisol haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die wiederum das Sterblichkeitsrisiko beeinflussen. Bei Untersuchungen mit einem Computertomographen wird es sichtbar: Wenn du dich aufregst, aktivierst du eher das Schmerzzentrum im Gehirn. Daraufhin schüttet dein Körper noch mehr Stresshormone aus – die eben auf Dauer krank machen. Wenn du dagegen dankbar bist, aktivierst du damit eher das Belohnungszentrum im Gehirn. Mit der Folge, dass dein Körper eher Glückshormone ausschüttet – die Stresshormone vertreiben und dich gesunden lassen.
Ein schöner Nebeneffekt von Dankbarkeit: Wenn du dankbar bist, kannst du in dem Moment nicht schlecht drauf oder in Meckerlaune sein – beides gleichzeitig funktioniert nämlich nicht.
Die Wissenschaft belegt die positive Wirkung von Dankbarkeitsgefühlen: Laut einer umfangreichen Studie [1] kann Dankbarkeit die Lebenserwartung im Alter erhöhen. In der Untersuchung wurden knapp 50.000 Frauen (Durchschnittsalter 79 Jahre) mit bestimmten Aussagen wie „Ich habe im Leben sehr viel, wofür ich dankbar bin.“ konfrontiert. Gut drei Jahre später zeigte sich, dass das Sterberisiko bei Teilnehmerinnen mit hoher Dankbarkeit um 9 Prozent niedriger war. In weiteren Untersuchungen kam raus, dass Dankbarkeit auch das Immunsystem stärkt, den Blutdruck senkt, den Schlaf verbessert und Stresshormone sowie Entzündungswerte [2] reduziert.
Das sind schon mal handfeste Argumente, gleich mal für irgendwas „Danke“ zu sagen. Na los, probiere es aus! Atme ein, zwei Mal durch, dann sei dankbar. Für irgendwas. Da gibt es immer was. Notfalls, dass du eben Luft zum Atmen hast. Dass du ein Dach über dem Kopf hast. Oder dass dir dein rechter Daumen gerade nicht wehtut. Das klingt möglicherweise banal, doch Dankbarkeit ist tatsächlich eine Fähigkeit mit dem Potenzial, dein Leben von Grund auf zu verbessern!
Welche Qualität soll jede Minute deines Lebens haben?
Die Idee von einem glücklichen gesunden langen Leben ist meiner Meinung nach grundsätzlich davon geprägt, möglichst viele Momente bzw. möglich oft und lange glücklich zu sein. Jeder (unnötige) Aufreger geht von dieser Zeit ab, und wirkt auch nachweislich noch Stunden nach – das sind die eben erwähnten Stresshormone, die dann freigesetzt erst mal durch deinen Körper schwirren.
Auch in deinem Kopf führt regelmäßige Dankbarkeit auf Dauer zu einer neuen Ordnung. Rund 6000 Gedanken denkst du am Tag, und in der Regel ist ein Gedanke immer abhängig vom vorher Gedachten. Die einfache Rechnung: Je mehr du meckerst und grollst, desto mehr Gedanken (und damit Gefühle) sind finster. Je mehr du dankbar bist, desto positiver werden die Gedanken und damit deine Gefühle sein, die folgen.
Auf einem höheren Level der Dankbarkeit wirst du die Welt mit anderen Augen sehen. Denn all das, was du früher nicht wahrgenommen oder für selbstverständlich gehalten hast, hat plötzlich das Potenzial, in dein Leben zu treten und dir gute Gefühle zu machen: Das singende Rotkehlchen beim Öffnen des Fensters, die schönen Wolkenformationen an einem stürmischen Tag, das Lächeln der Kassiererin, die grüne Welle beim Autofahren, die Wärme der ersten Sonnenstrahlen des Tages auf deiner Haut… Nichts davon ist selbstverständlich. Und alles davon ist ein Grund, dankbar zu sein.
Das Leben ist nicht nur eitel Sonnenschein – doch Dankbarkeit bringt ein neues Licht in die Dinge
Und klar, das Leben kann auch mal richtig mies sein, das sollst und kannst du nicht verleugnen. Nur dein Fokus wird ein anderer sein, und Dinge, die dich früher so richtig aufgebracht oder runtergezogen haben, nimmst du jetzt mit einem Achselzucken oder vielleicht sogar mit einem Lächeln hin.
Ich kann das von mir sagen: Jahrelang habe ich mich über Dinge aufgeregt, die ich nicht ändern konnte: Regen, Stau, die Unzuverlässigkeit von manchen Menschen – richtig reingesteigert habe ich mich manchmal! Und in den meisten Fällen wurde das Gefühl dann immer schlimmer. Wenn eine Sache schief gegangen ist, habe ich mich derartig aufgeregt, dass gleich noch etwas schief gegangen ist… Denn eine (ungeschriebene) Gesetzmäßigkeit ist: Wenn du erst einmal schlecht drauf bist, ist dein Fokus auf das Negative ausgerichtet, und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass du sofort wieder etwas zum Aufregen findest. So habe ich manche schlechten Tage in richtig mieser Stimmung verbracht. Was für eine Menge an verschenkter Energie! Und in keiner Weise hätte mir irgendjemand sagen können: Sei doch mal dankbar für das Rotkehlchen. An das Kehlchen wäre ich ihm oder ihr gegangen vor Rage.
Deshalb ist es wichtig, die zarte Pflanze Dankbarkeit zu kultivieren auch in Momenten, in denen es vielleicht gar nicht notwendig erscheint. Und nach meiner Erfahrung wirkt diese Fähigkeit des Dankbarseins auch mehr, als zu meditieren oder Atemübungen durchzuführen. Das ist alles vollkommen sinnvoll, keine Frage. Doch nur mit der Dankbarkeit (und ähnliche Qualitäten wie Vergebung und Akzeptanz, dazu in anderen Beiträgen mehr) setzt du direkt an der „Glücksbasis“ an. Denn du veränderst damit wie gesagt grundsätzlich deinen Blick auf die Welt, die fortan weniger Auslöser für Ärger oder schlechte Laune bereithält.
Und so kannst du deine Dankbarkeit zu kultivieren
Am Ende ist es nur eine Frage deiner Aufmerksamkeit. Nimm dir einfach so oft es geht vor, dankbar zu sein. Versuche, mit einer Brille durch die Welt zu gehen, durch die du immer mehr Dinge wahrnimmst, für die du dankbar sein kannst.
Damit es dir gelingt, Momente in deinen Alltag zu integrieren, in denen du dich um deine Dankbarkeit kümmerst, können die folgenden Strategien für dich hilfreich sein. Am Ende entscheidest du, wie erfolgreich du dabei bist, eine Gewohnheit daraus zu machen, wie Zähneputzen oder Joggengehen.
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Gleich nach dem Aufstehen: Was wird toll heute?
Morgens noch vor dem Aufstehen überlege dir drei Dinge, für die du dankbar bist oder auf die du dich an dem Tag freust („Wie schön wäre es, wenn…“). -
Abends vor dem Einschlafen: Für was bin ich heute dankbar?
Schreibe vor dem Zubettgehen in ein Dankbarkeitstagebuch. Notiere dabei drei Dinge, für die du an dem erlebten Tag dankbar bist. Und vielleicht schreibst du auch gleich noch drei Dinge auf, auf die du dich morgen freust. -
Hol dir schöne Erinnerungen hervor.
Bringe bei dir in der Wohnung oder im Büro Fotos an von schönen Momenten oder liebevollen Menschen aus deinem Leben (Urlaub, Geburtstag, Kinder, Familie etc.): Immer, wenn dein Blick drauf fällt, wird dich ein positives Gefühl an die Situation durchströmen – sage dann „Danke“. -
Überrasche dich mit deiner eigenen Dankbarkeit.
Schreibe einen Brief an dich selbst, in dem du wenigstens 50 verschiedene Dinge auflistest, für die du dankbar bist. Stecke diesen Brief dann in einen Umschlag, adressiere ihn an dich und kleb die passende Briefmarke drauf. Dann gibst du den Brief einem Freund und bittest ihn, den Brief frühestens ein halbes Jahr später abzuschicken. Du kannst jetzt schon für deine positive Reaktion auf diesen Brief, der dich vollkommen überraschen wird, dankbar sein! -
Dankbarkeit auf Schritt und Tritt.
Nutze einen täglichen kurzen Weg (zum Auto, zum Bäcker, vom Bus zur Arbeitsstelle…) und sage bei jedem Schritt „Danke“.
Fazit
Dankbarkeit ist mehr als eine Höflichkeitsform, und hat nichts mit dem Ausblenden oder Verdrehen von Realität zu tun. Konsequent angewendet, verändert sie deinen Blick auf die Welt und führt dich nach und nach in einen Zustand wahren Seelenfriedens. Und auch wenn dann wieder mal unschöne, ungerechte, unerwünschte Dinge passieren (und sie werden auch in Zukunft passieren), hast du als dankbarer Mensch eine Art Immunität aufgebaut, die dich in schweren Zeiten ausgeglichen und zuversichtlich sein lässt, und die dir körperlich spür- und messbar gut tut. So bist du mit deinen Gedanken und Emotionen kein Spielball der Ereignisse mehr.
Ich wäre dankbar, wenn dir dieser Beitrag die Bedeutung von Dankbarkeit für dich und die Welt (denn deine Dankbarkeit strahlt unmittelbar von dir aus und hat eine positive Wirkung auch in deinem Umfeld) näher gebracht hat. Und von Herzen und auch vollkommen uneigennützig sage ich zum Abschluss: Danke für deine Aufmerksamkeit!
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